Angehörige2026-10-23T13:12:27+02:00

Für Angehörige

Ein naher Mensch hat Ihnen erzählt, dass er sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt. Oder Sie haben etwas gefunden oder einen Verdacht. Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die Angehörige oft stellen, und wo Sie sich melden können.

Ohne Namen möglich. Sie können sich melden, ohne Ihren Namen zu nennen.

Wer sich bei uns melden kann

Alle Angehörigen, auch wenn die Person selbst (noch) nicht bei uns ist.

Partnerinnen und Partner

Ob Sie bleiben oder gehen: Sie können sich melden, um sich selbst zu sortieren.

Eltern

Ist Ihr Kind jünger als 18, finden Sie auf der Seite für Jugendliche, welche Standorte auch Jugendliche beraten.

Erwachsene Kinder und Geschwister

Auch wenn Sie nicht mit der Person zusammenleben.

Freundinnen, Freunde und andere nahe Menschen

Wenn sich Ihnen jemand anvertraut hat.

Fragen und Antworten

Ich habe es gerade erfahren. Was jetzt?2026-10-20T17:09:51+02:00

Schock, Angst, Wut, Ekel, Trauer oder Mitleid: Vieles davon kann gleichzeitig da sein. Manche sind auch erleichtert, dass es ausgesprochen ist. Andere Angehörige berichten von ähnlichen Gefühlen. Manche brauchen erst einmal Abstand. Nicht alles müssen Sie sofort entscheiden. Sorgen Sie sich aber um ein Kind, holen Sie sich Rat. Wird es Ihnen zu viel, holen Sie sich Unterstützung.

Kann ich mich melden, auch wenn die Person nicht bei Ihnen ist?2026-10-20T17:09:51+02:00

Ja. Alle Angehörigen können sich bei uns melden: Partnerinnen und Partner, Eltern, erwachsene Kinder, Geschwister und andere nahe Menschen. Das gilt auch, wenn die Person selbst (noch) nicht bei uns ist, oder wenn Sie nur einen Verdacht haben. Ihren Namen müssen Sie nicht nennen. Im Gespräch können Sie Ihre Fragen stellen.

Gibt es Hilfe für mich selbst?2026-10-20T17:09:52+02:00

Sie können sich Unterstützung holen, auch wenn es vor allem um die andere Person geht. Was die Standorte für Angehörige anbieten, ist unterschiedlich: zum Beispiel Gespräche für Sie allein, zu zweit oder in einer Gruppe. Fragen Sie beim Standort nach. Auch Fachberatungsstellen beraten Angehörige.

Mit wem kann ich darüber reden?2026-10-20T17:09:52+02:00

Viele Angehörige behalten es für sich, aus Sorge, wie andere reagieren. Allein damit zu bleiben, kann belasten. Wem Sie es erzählen, können Sie gemeinsam mit der Person überlegen. Sie können sich auch an einen Standort wenden. Sich über das Thema zu informieren, ist nicht verboten.

Bleibt das unter uns?2026-10-20T17:09:52+02:00

Ihren Namen müssen Sie nicht nennen. Was die Person in ihrer Therapie sagt, unterliegt der Schweigepflicht. Sie erfahren es in der Regel nur, wenn die Person einverstanden ist. Wie mit Ihren eigenen Angaben umgegangen wird, fragen Sie am besten gleich zu Beginn.

Habe ich etwas falsch gemacht?2026-10-20T17:09:52+02:00

Nach heutigem Wissen entsteht eine sexuelle Neigung nicht durch Erziehung. Erziehung kann sie weder hervorrufen noch abstellen. Meist zeigt sich die Neigung schon in der Jugend, also lange bevor eine Partnerschaft beginnt. Trotzdem fühlen sich manche Angehörige schuldig, wütend oder beschämt.

Muss ich auf die Person aufpassen?2026-10-20T17:09:52+02:00

Für ihr Verhalten ist die Person selbst verantwortlich, nicht Sie. Ganz kontrollieren kann man einen anderen Menschen nicht. Ob und wie Sie die Person unterstützen, entscheiden Sie selbst. Leben Kinder im Haushalt, lassen Sie sich beraten, was Sie tun können.

Kann unsere Beziehung weitergehen?2026-10-20T17:09:52+02:00

Ob Sie in der Beziehung bleiben, entscheiden Sie selbst. Beide Wege kommen vor. Viele zweifeln zuerst an der Beziehung und an sich selbst. Vertrauen braucht oft Zeit. Für Ihre Entscheidung dürfen Sie sich Zeit und Unterstützung nehmen. Ob es Gespräche zu zweit gibt, fragen Sie beim Standort nach.

Wie spreche ich es an? Und wenn die Person keine Hilfe will?2026-10-20T17:09:52+02:00

Wenn Sie es ansprechen: in Ruhe, ohne die Neigung zu verurteilen, aber deutlich beim Verhalten. Sie können sagen, dass es Hilfe gibt: kostenlos, unter Schweigepflicht und ohne Namen. Ob die Person eine Therapie beginnt, entscheidet sie selbst. Will sie keine Hilfe, bleibt die Verantwortung bei ihr. Sie selbst können sich trotzdem bei uns melden.

Ich mache mir Sorgen um ein Kind. Was kann ich tun?2026-10-20T17:09:52+02:00

Ob ein Kind sicher ist, lässt sich von außen nicht beurteilen, auch nicht über diese Website. Nehmen Sie Ihre Sorge ernst und holen Sie sich Rat: beim Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch (0800 22 55 530, kostenlos und anonym, auch bei einem Verdacht), bei einer Fachberatungsstelle oder beim Jugendamt. Die Person mit der Neigung kann sich selbst an einen unserer Standorte wenden.

Es geht um Missbrauchsabbildungen. Was heißt das?2026-10-20T17:09:52+02:00

Missbrauchsabbildungen (juristisch: kinderpornografische Inhalte) sind kein opferloses Delikt: Für jedes Bild wurde ein Kind missbraucht, und jede Nutzung erhöht die Nachfrage. Missbrauchsabbildungen anzusehen, herunterzuladen oder zu besitzen, ist strafbar. Sichern oder kopieren Sie keine Bilder, auch nicht als Beweis. Auch dafür gibt es Therapie. Ihr Ziel ist, keine solchen Bilder mehr zu nutzen. War schon die Polizei da und läuft ein Ermittlungs- oder Strafverfahren, behandeln wir die Person in dieser Zeit nicht. Sie kann sich wieder melden, wenn das Verfahren abgeschlossen ist.

Alle Fragen auf einer Seite

Hilfe in Ihrer Nähe finden

Rufen Sie einen Standort an oder schreiben Sie. Sagen Sie gleich zu Beginn, dass Sie angehörig sind. Ihren Namen müssen Sie nicht nennen.

Alle Standorte mit Karte, Sprechzeiten und Kontakt stehen auf einer eigenen Seite. Geben Sie Ihren Ort ein, dann sehen Sie dort gleich die nächsten.

Für die Person selbst gibt es die Seite für Hilfesuchende.

Zum Anhören

Hilfe (?) – Mein Mann ist pädophil!

Der Podcast „Kein Täter werden – Ein Leben mit Pädophilie“ von DONAU 3 FM begleitet einen Mann mit pädophiler Neigung; Fachleute der Universitätsklinik Ulm ordnen ein. Diese Folge handelt davon, wie Angehörige mit der Nachricht umgehen. Sie zeigt einen Weg von vielen: Ob Sie in der Beziehung bleiben, entscheiden Sie selbst.

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