Es stimmt, dass die Evaluationsmethoden im Dunkelfeld von denen im Hellfeld (bei verurteilten Straftätern) teilweise abweichen. Sie sind dennoch aussagekräftig, da sie auf die besondere Situation von Menschen zugeschnitten sind, die freiwillig und anonym Hilfe suchen. Die Richtlinien des Collaborative Outcome Data Committee (2007) fordern beispielsweise die Erfassung offiziell bekanntgewordener Straftaten. Dies setzt jedoch die Einwilligung der hilfesuchenden Person voraus, die dann nicht mehr anonym ist. Zugleich zeigen Untersuchungen, dass die offizielle Kriminalstatistik das tatsächliche Ausmaß von strafbarem Verhalten („Dunkelziffer“) um ein vielfaches unterschätzt (von Franqué et al., 2023). Deshalb nutzen wir Methoden, wie die sorgfältige Erfassung von Selbstberichten und die Beobachtung von Veränderungen bei wichtigen Risikofaktoren (z.B. Einstellungen oder Empathie). Auch wenn diese Methoden, wie Selbstauskünfte, ihre spezifischen Einschränkungen haben, sind sie aktuell der notwendige und wissenschaftlich fundierte Weg, um die Wirksamkeit von Prävention im Dunkelfeld überhaupt beurteilen zu können [vgl. (Lätth et al., 2022)]. Wir arbeiten kontinuierlich daran, diese Methoden im Einklang mit den Prinzipien der Präventionsforschung (Gottfredson et al., 2015), die Strenge und kontinuierliche Weiterentwicklung fordern, zu verbessern.