hessenschau: Therapie in Gießen soll Kindesmissbrauch verhindern

3. August 2026

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hessenschau. Der Hessische Rundfunk hat am 24. Juli 2026 in Fernsehen und Radio über den Gießener Standort des Präventionsnetzwerks »Kein Täter werden« berichtet, den einzigen in Hessen. Zwei Patienten schildern anonym, wie sie in der freiwilligen, kostenlosen und anonymen Therapie gelernt haben, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Projektleiter Prof. Dr. Johannes Kruse und der Psychologische Psychotherapeut Marco Obermeier-Bartz erläutern die Schwerpunkte der Behandlung: Akzeptanz der eigenen Neigung, Impuls- und Verhaltenskontrolle sowie Empathie mit den Opfern. Seit 2014 haben rund 150 Menschen das Angebot in Gießen genutzt, etwa 20 Prozent brachen die anderthalbjährige Therapie vorzeitig ab. Kruse betont die Unterscheidung zwischen sexueller Präferenz und strafbarem Verhalten: Entstigmatisierung sei keine Verharmlosung, sondern erleichtere den Zugang zu Unterstützung und diene damit dem Schutz potenzieller Opfer. Der Beitrag greift auch Kritik auf: Der forensische Psychologe Prof. Dr. Andrej König verweist darauf, dass belastbare Wirksamkeitsnachweise fehlen, weil die Erfolgsmeldungen auf Selbstauskünften der Teilnehmer beruhen. Ergebnisse der achtjährigen Evaluationsstudie der TU Chemnitz, die teilweise mit Kontrollgruppen arbeitet, werden für Ende 2026 erwartet. Beide Beiträge finden Sie hier.

Radiobeitrag: »Pädophile sollen durch Therapie ihre Neigung in den Griff bekommen«, hr INFO, 24. Juli 2026, Katharina Wagner, 3:36 Minuten.

Zum Beitrag: hessenschau

2026-08-24T09:42:02+02:00
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