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Kein Täter werden

Pädophilie

Noch weiß man nicht genau, was die Ursachen einer Pädophilie sind. Bekannt ist jedoch, dass zahlreiche Betroffene Schwierigkeiten haben, diesen Lebensbereich eigenständig zu bewältigen.

Das Leben mit Pädophilie

Wer zum ersten Mal ein solches Gefühl wahrnimmt, fühlt sich oft unsicher und hat Angst. Manche befürchten, sexuelle Übergriffe auf Kinder zu begehen oder ihre Neigung durch die Nutzung von Missbrauchsabbildungen (juristisch: kinderpornografische Inhalte) aus­zuleben. Anderen gelingt es nicht, ihre Sexualität dauerhaft zu kontrollieren. Sie nutzen Missbrauchsabbildungen im Internet oder begehen sexuelle Übergriffe auf Kinder.

Die Anzeichen

Folgende Anzeichen können für das Vorliegen einer Pädophilie sprechen:

  • Sexuelle Erregung beim Betrachten von oder beim Kontakt mit Kindern
  • Sexuell erregende Fantasien mit Kindern
  • Verliebtheitsgefühle gegenüber Kindern
  • Nutzung von Missbrauchsabbildungen
  • Sexuelle Handlungen vor oder mit Kindern

Neigung und Verhalten

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen sexueller Neigung und sexuellem Verhalten. Pädophilie bezeichnet die sexuelle Ansprechbarkeit für den kindlichen Körper vor der Pubertät, Hebephilie die für den Körper in der frühen Pubertät. Bis zu 1 Prozent der Männer fühlen sich sexuell zu Kindern hingezogen, in Deutschland schätzungsweise 250.000 bis 300.000. Nicht jeder Mensch mit einer Pädophilie begeht sexuellen Kindesmissbrauch, und nicht jeder, der Kinder sexuell missbraucht, ist pädophil. Bei Männern, deren sexuelle Übergriffe auf Kinder bekannt geworden sind, meist durch ein Strafverfahren, finden Studien je nach Messmethode bei etwa 40 bis 50 Prozent eine pädophile oder hebephile Neigung. Für Männer, deren Übergriffe unentdeckt bleiben, gibt es dazu keine verlässlichen Zahlen. Täter ohne eine solche Neigung sind nicht durch eine sexuelle Erregbarkeit durch Kinder motiviert; für sie ist die Tat eine Ersatzhandlung, etwa bei sexueller Unerfahrenheit, dissozialer Lebensführung oder einer Intelligenzminderung.

Risikofaktoren gehen während der Therapie nachweislich zurück. Ob die Therapie Taten verhindert, wird derzeit wissenschaftlich geprüft.

Mögliche Folgen

Für viele Menschen mit einer Pädophilie ist der Alltag sowie die Beziehung zu Partnern oder nahestehenden Menschen belastet. Die Befürchtung, stigmatisiert zu werden, kann zu sozialem Rückzug führen. Manchen Betroffenen gelingt es nicht, ihr Verhalten zu kontrollieren. Sexuelle Handlungen mit Kindern können für diese schwere Folgen haben. Zudem drohen empfindliche Strafen.

Unabhängig davon, ob es bereits zu Taten gekommen ist, oder man allgemein Unterstützung beim Umgang mit der Pädophilie benötigt, kann eine diagnostische Einschätzung sowie therapeutische Unterstützung hilfreich sein.