Sexuelle Präferenz

Die sexuelle Präferenz sind die individuellen sexuellen Vorlieben eines Menschen. Sie setzt sich zusammen aus:

  • Dem Geschlecht des gewünschten Sexualpartners (weiblich, männlich oder beide)
  • Dem körperlichen Entwicklungsstadium des gewünschten Sexualpartners (vorpubertär, frühpubertär oder erwachsen)
  • Der Art des gewünschten sexuellen Kontaktes (sexuelle Praktiken)

Die Präferenz lässt sich am besten durch die Fantasien erschließen, die ein Mensch kurz vor seinem Orgasmus hat (Beier & von Heyden, 2025, S. 20–21). Sie sagt daher auch nur bedingt etwas über das Verhalten des Menschen aus – die Fantasien müssen sich nicht in die Tat umsetzen. Sexuelle Präferenzen können unterschiedlich exklusiv ausgebildet sein. Das bedeutet, dass nicht bei allen Menschen nur genau ein Schema erregend wirken kann, sondern mehrere Präferenzen nebeneinander existieren können.

Vermutlich entwickelt sich die sexuelle Präferenz in der Pubertät anhand verschiedener Faktoren, wie Geschlechtshormone und andere biopsychosoziale Einflüsse. Wissenschaftlich ist die Entwicklung der Präferenz jedoch noch nicht geklärt.

Sexuelle Präferenz ist Schicksal und nicht Wahl. Niemand entscheidet sich aktiv für oder gegen seine Neigung.

Quellen (1)
  • Beier, K. M., & von Heyden, M. (2025). Das tabuisierte eine Prozent: Pädophilie erkennen und behandeln. Ein Leitfaden für die psychosoziale Praxis. Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666408793

Sexuelle Präferenz: drei Seiten, und wo sie sich zeigt

Drei Seiten der Präferenz

  1. Geschlecht

    • weiblich
    • männlich
    • beide
  2. Körperliche Entwicklung

    • vorpubertär Pädophilie
    • frühpubertär Hebephilie
    • erwachsen Teleiophilie

    Manche fühlen sich nur von einem Bereich angesprochen (ausschließlicher Typus), andere auch von Erwachsenen (nicht ausschließlicher Typus).

  3. Art des Kontakts

    welche sexuellen Handlungen erregend wirken

Wo sie sich zeigt

Fantasie
zeigt die Präferenz am deutlichsten, vor allem bei der Selbstbefriedigung
Verhalten
muss der Präferenz nicht folgen
Selbstbild
wie man sich selbst sieht; für die Diagnose am wenigsten verlässlich

Die Präferenz sucht sich niemand aus. Für das eigene Verhalten ist man verantwortlich.

Quelle: nach Beier (2018, S. 4, 48) und Beier & von Heyden (2025, S. 20–21).

Quellen (2)

Wenn Sie sich in dieser Frage wiederfinden: Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet an mehreren Standorten eine kostenlose, vertrauliche Beratung und Behandlung an. Die Schweigepflicht schützt Sie. Ist ein Kind gefährdet, gibt es gesetzliche Ausnahmen, über die wir offen sprechen.

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