Sind alle Menschen, die einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, pädo- oder hebephil?
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Sexueller Kindesmissbrauch wird nicht nur auf der Grundlage einer Pädophilie oder Hebephilie begangen. Aus Untersuchungen bei verurteilten Sexualstraftätern gegen Kinder wissen wir, dass nur in ungefähr der Hälfte der Fälle eine solche Präferenzbesonderheit diagnostizierbar ist.
Nein. Es kann zwischen Personen, die durch vor- und/oder frühpubertäre Kinder erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, und Personen, die durch Erwachsene erregbar sind und einen sexuellen Kindesmissbrauch begehen, unterschieden werden (Beier, 1998; Seto, 2008). Letztere sind nicht durch ihre sexuelle Erregbarkeit durch Kinder motiviert; für sie ist die Tat eine Ersatzhandlung, etwa bei sexueller Unerfahrenheit, dissozialer Lebensführung oder einer Intelligenzminderung (Beier, 1995, S. 79–80; Beier, 1998).
Quellen (3)
- Beier, K. M. (1995). Dissexualität im Lebenslängsschnitt: Theoretische und empirische Untersuchungen zu Phänomenologie und Prognose begutachteter Sexualstraftäter (Monographien aus dem Gesamtgebiete der Psychiatrie, Bd. 78). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-642-79601-2
- Beier, K. M. (1998). Differential typology and prognosis for dissexual behavior: A follow-up study of previously expert-appraised child molesters. International Journal of Legal Medicine, 111(3), 133–141. https://doi.org/10.1007/s004140050133
- Seto, M. C. (2008). Pedophilia and sexual offending against children: Theory, assessment, and intervention. American Psychological Association. https://doi.org/10.1037/11639-000
Wenn Sie sich in dieser Frage wiederfinden: Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet an mehreren Standorten eine kostenlose, vertrauliche Beratung und Behandlung an. Die Schweigepflicht schützt Sie. Ist ein Kind gefährdet, gibt es gesetzliche Ausnahmen, über die wir offen sprechen.