Wieso wird die Therapie anonym angeboten?

Die Behandlung ist durchgehend unter einem Pseudonym möglich, vom ersten Kontakt bis zur Therapie. Viele Menschen fürchten Stigmatisierung oder andere Nachteile, wenn sie sich mit einer pädophilen Störung unter ihrem Namen, etwa über die Krankenkasse, registrieren müssten, auch wenn sie nie eine Tat begangen haben. In Befragungen nannten Menschen in Behandlung wegen Sexualdelikten und Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern die Sorge um Vertraulichkeit und vor rechtlichen Folgen als wichtige Hürde, Hilfe zu suchen (Levenson & Grady, 2019; Levenson et al., 2017). Der Gesetzgeber verlangt, die Anonymität der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten (§ 65d SGB V).

Anonymität erschwert allerdings die Überprüfung, weil sich Daten aus Strafregistern nur mit Einwilligung abgleichen ließen. Wie die Wirkung trotzdem gemessen wird, steht unter „Warum wird die Wirkung über Selbstauskünfte gemessen?“.

Quellen (3)
  1. Levenson, J. S., & Grady, M. D. (2019). Preventing sexual abuse: Perspectives of minor-attracted persons about seeking help. Sexual Abuse, 31(8), 991–1013. https://doi.org/10.1177/1079063218797713
  2. Levenson, J. S., Willis, G. M., & Vicencio, C. P. (2017). Obstacles to help-seeking for sexual offenders: Implications for prevention of sexual abuse. Journal of Child Sexual Abuse, 26(2), 99–120. https://doi.org/10.1080/10538712.2016.1276116
  3. § 65d SGB V (Förderung besonderer Therapiemaßnahmen im Rahmen von Modellvorhaben), Abs. 2 und 3. www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__65d.html

Wenn Sie sich in dieser Frage wiederfinden: Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet an mehreren Standorten eine kostenlose, vertrauliche Beratung und Behandlung an. Die Schweigepflicht schützt Sie. Ist ein Kind gefährdet, gibt es gesetzliche Ausnahmen, über die wir offen sprechen.

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